Wie A-Typical Italian geboren wurde – mein Weg nach Österreich, und warum ich gleichzeitig atypisch und typisch bin.

Dieser Eintrag ist eine Adaptierung des englischsprachigen Eintrags, den man hier lesen kann! – Read this in English here! – Versione inglese qui!

Dieses Blog und die Person dahinter vorstellen

Warum habe ich so einen „Business-Spitznamen” (bzw. „Phantasienamen“) gewählt? Die Idee kommt aus meinem persönlichen Leben. Ich hoffe, dieser Teil meiner Biographie inspiriert Sie dazu, eine Sprache zu lernen – in einem Kurs, mit einigen Privatstunden, online, mit einer App – oder hilft Ihnen dabei, Menschen aus fremden Ländern und Kulturen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Es ist keine Geschichte à la “Ich bin der perfekte Polyglott, der nie Schwierigkeiten hatte und ständig fließend neue Sprachen lernt”. Es ist nur eine Geschichte, meine eigene. Und als Italienerin – typisch oder nicht – finde ich es sehr schwer, den Mund zu halten!

Ich bitte bereits um Verzeihung: Ich werde oft den Stil wechseln, weil es in dieser Geschichte ein paar ernste Sachen und ein paar lustige Anekdoten gibt.

Professionell Sprachen Unterrichten Übersetzen
Das Gesicht hinter dieser Geschichte, oder die Geschichte eines Gesichts.

 

Meine Leidenschaft für Sprachen – Wie ich Sprachen lernte (und wie ich auch hin und wieder gescheitert bin) – meine ersten Übersetzungen vor mehr als 20 Jahren

Ich erinnere mich daran, dass ich von Anfang an Englisch sehr mochte: 1993 begann ich die Mittelschule (Italienisch: Scuola Media, eine dreijährige Schule, die wir zwischen 11 und 14 Jahren besuchen). Meiner Klasse wurde eine sehr gute Lehrerin zugewiesen. Sie hatte eine gute Aussprache, einen offenen und internationalen Geist, flexible Methoden und Mentalität.

Glauben Sie mir, ich hatte Glück. Viele Menschen hatten Lehrer, die eigentlich nur eine mittlere Stufe in der Sprache hatten, und eine Aussprache, die den schlechtesten spottenden Videos auf YouTube ähnlich sind.

Meine Leidenschaft für Musik und Kino haben mir geholfen, weil meine Lieblingskünstler alle auf Englisch singen und viele Filme in ihrer Originalfassung auf Englisch sind. Aus diesem Grund habe ich jede Gelegenheit genutzt, mich mit MuttersprachlerInnen ständig zu konfrontieren, entweder in einer kontrollierten oder in einer unkontrollierten Art und Weise.

Mein Anfang als “Mehrsprachige” war nicht unbedingt einfach. Ganz in Gegenteil: es war sicher kein Erfolg, wenn nicht gleich eine Katastrophe. Mein ach-so-gutes Englisch (meinen Schulnoten und meinem Zeugnis nach) wurde endlich auf die Probe gestellt… und war bestimmt mit einem “ungenügend ” zu bewerten. Ich konnte nicht verstehen, was die hübschen israelischen Jungen mir sagten! Es hat noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich entspannen konnte. Das Gleiche ist mir selbstverständlich mit Deutsch passiert: mein Zertifikat Deutsch hat mir nicht viel gebracht, als ich ganz stolz ein Zimmer in einem Hotel in Tirol reservieren wollte.

Ja, ich weiß… man könnte argumentieren, dass ein Zertifikat Deutsch in Tirol nichts bringt 😉 Aber… ich möchte jetzt keinen Streit wieder entfachen 😉 *hüstel hüstel CORDOBA cough cough*

Der Grund, weshalb ich mich entschieden habe, Deutschstunden außerhalb der Schulzeit zu besuchen? Während eines Urlaubs verliebte ich mich in den deutschsprachigen Teil Italiens, Südtirol. Die Kleider, das Essen und die Landschaft der Dolomiten waren für mich das Schönste, was ich je gesehen hatte. Dann, noch schlimmer als das, habe ich den Film The Sound of Music gesehen, der unter den Einheimischen vielleicht nicht so beliebt ist, aber für die Rest der Welt eigentlich eine Art Werbung für Österreich bzw. Salzburg ist. Jetzt wohne ich 10 Minuten mit dem Auto/Rad von Leopoldskron entfernt… was für eine Vergeltung!

Österreich Austria Salzburg
Neben dem Radweg, dort wo A-Typical Italian ihren Sitz hat (Glansiedlung)

Als die Zeit kam, um in die Scuola Superiore zu gehen (ungefähr Oberschule; eine fünfjährige Schule, die italienische Jugendliche im Alter von 14 bis 19 Jahren besuchen), habe ich mich nicht für das so genannte liceo linguistico (Neusprachliches Gymnasium) entschieden, weil es damals viel zu viele Fächer in diesem Zweig gab. Die italienische Schule war früher für den viel zu großen Lernaufwand und für die vielen Hausaufgaben bekannt, die den Schülern gegeben wurden. 31 bis 36 Stunden Unterricht X viele Fächer X etwa eine Stunde Lernen zuzüglich Hausaufgaben, pro Fach pro Nachmittag schienen mir keine gute Idee zu sein. Daher habe ich mich für eine reformierte Version des glorreichen liceo classico (klassischen Gymnasiums, also Altsprachlichen Gymnasiums), eine Schule, deren Hauptfächer Italienisch, Latein und Altgriechisch sind. Tägliche Übersetzungen von Texten aus diesen alten Sprachen ins Italienische wurden als Hausaufgaben zugewiesen. Der reformierte Studiengang, in den ich mich eingeschrieben hatte, bot Englisch als fünfjähriges Fach und mehr Mathematikstunden als seine ältere, nicht reformierte Version. Ich habe immer das Gefühl, liceo classico hat meine Sprach- und Übersetzungskompetenz wirklich gestärkt. Jeder, der sich mit Altgriechisch beschäftigt hat, kann leicht Deutsch lernen! Außerdem habe ich einen soliden komparativen und analytischen linguistischen Hintergrund erworben, von dem ich heute noch profitiere, und ich lernte die Kunst einer professionellen Übersetzung in einem relativ jungen Alter.

Ja, unsere Lehrer haben uns beigebracht, was eine Übersetzung ist, wie man einen Text behandelt, um ihn zu übersetzen, und haben ständig von unserer Seite ein professionelles Denken erfordert. Die Missachtung ihrer Anweisungen führte zu schlechten Noten. Schlechte Noten konnten zum Sitzenbleiben führen.

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Mein Lateinbuch: Kultur- und Übersetzungskurs, 4. Jahr des Gymnasiums

Das war, sozusagen, mein Abenteuer. Ich habe gut strukturierte Kurse mit verschiedenen didaktischen Ansätzen besucht. Ab dem 17. Lebensjahr hatte ich einige kurze Auslandserfahrungen. Dann, als ich Mitte zwanzig war, ging ich schließlich ins Ausland, um zu studieren, zu forschen, zu arbeiten und zu leben. Ich lebe nach wie vor im Ausland!

Ich habe viel versagt und ein paar Dinge geschafft. Englisch und Deutsch waren meine Ausbildungs-, Studium- und Arbeitssprachen in verschiedenen Branchen.

Ich bin sehr stolz, wenn jemand davon ausgeht, dass ich Muttersprachlerin in Englisch oder Deutsch bin. Ich versichere es Ihnen, es ist mir ein einige Male passiert! Da ich nicht zwei- oder dreisprachig aufgewachsen bin, ist das für mich eine große Anerkennung!

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Warum “A-Typical Italian”, also A “-Typisch Italienisch“ = gleichzeitig Atypische und eine Typische Italienerin

Also, daher kam meine Idee für meinen Fantasie-Geschäftsnamen: Ich bin atypisch weil ich zwei Fremdsprachen beherrsche (im Gegensatz zu der allgemeinen Vorstellung, dass ItalienerInnen gar keine sprechen, und wenn sie doch eine sprechen, sind sie nicht verständlich. Mein Zuhause ist voll Bücher, DVDs und anderen Sachen in beiden Sprachen, und ich benutze beide Sprachen täglich, sowohl in meinem Alltags- als auch in meinem Berufsleben.

Klar, ich bin nicht die Einzige, also behaupte ich mit meiner Erzählung nicht, außergewöhnlich und / oder exklusiv zu sein! Ich wollte nur sagen, dass Sie nicht außergewöhnlich sein müssen, um es zu tun. Sie müssen nur Ihren eigenen Weg finden und dann üben.

Aber… ich bin auch typisch, wie mein Ex-Freund (bzw. der österreichische) und wie viele Kunden oft betonten. Ich meine damit: Mode, Make-up, Essen, gesellschaftliches Leben, Bidet (Eines Tages werde ich die Bidet-Imperialismuspartei gründen, das weiß ich). Oh, und ich bin immer sehr laut, wenn ich rede oder wenn ich Dinge tue. Manche sagen sogar, dass meine Locken meine Identität verraten. Stimmen Sie zu?

So, was mache ich? Ich verbringe mein Privat- und Berufsleben damit, meine italienischen, modenesischen, englischsprachigen und deutschsprachigen Seiten zu harmonisieren.

Italian American Austrian Modenese New Year
Lambrusco, Zampone, Schlumberger bzw. “Sissi”-Sekt, globalisierte Süßigkeiten

Wie funktioniert mein mehrsprachiges Gehirn? Funktioniert das auch wirklich? Aber echt jetzt? – (Okay, das war ein typisch italienischer Humor!)

Ich habe ein Gedächtnis, das hauptsächlich mit Bildern und Klängen arbeitet. Allerdings erkenne ich auch Sprachstrukturen (Grammatik, Syntax, Zeitfolgen) leicht: nicht nur kann ich sie “sehen” und “hören”, ich begreife ihre Logik schnell. Als ich in die Schule ging, waren grammatikalische, logische und syntaktische Analysen ein wichtiger Teil unseres Schulprogramms, und ich finde diese Kenntnisse und Fähigkeiten sehr nützlich, weil sie meiner persönlichen Einstellung zu Sprachen entsprechen. Sie werden übrigens auch sehr praktisch, wenn ich meinen Schülern die Grammatik erklären muss, wenn und wann sie benötigt wird.

Ich träume manchmal auch auf Englisch oder Deutsch. Ich denke oft auf Deutsch oder Englisch, besonders wenn die Gedanken auf ein berufliches Thema bezogen sind, an dem ich gerade in dieser Sprache arbeite. Manchmal passiert es aber auch ganz spontan.

Das Einzige, was ich immer auf Italienisch mache, ist… Zählen (besonders Subtraktion), außer… es sei denn, es ist etwas so einfach wie ein Countdown oder wie ein paar Stücke / Banknoten zählen.

Ihre Erfahrung mit Sprachen, Leben im Ausland, Übersetzen, ItalienerInnen dulden, was auch immer?

Wenn Sie neugierig oder interessiert sind, können Sie gerne einen Kommentar zu Ihrer eigenen Erfahrung hinterlassen!

 

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Fun fact – Schicksal, Vergeltung, oder lustiger Zufall?

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